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Berufsorientierung

Die Berufswahl unserer Schülerinnen ist ein langfristiger Prozess, der sich kontinuierlich entwickelt. Er beginnt in der Jahrgangsstufe 8 und führt bis zum mittleren Schulabschluss in der Jahrgangsstufe 10. Ziel ist es, die Schülerinnen zu befähigen, selbstständig und eigenverantwortlich reflektierte Entscheidungen bezüglich ihrer Berufswahl zu treffen. Dabei arbeiten unsere Schule und die Berufsberatung der Agentur für Arbeit eng zusammen.

Am Anfang stehen erste Überlegungen der Schülerinnen zum Thema Berufswahl: „Wo liegen meine Stärken?“ oder „ Welche Tätigkeiten liegt mir?“, die durch die Teilnahme am Girls Day (Jahrgangsstufe 8) eine erste Konkretisierung bekommen. Der Girls Day soll speziell Mädchen motivieren, technische und naturwissenschaftliche Berufe zu ergreifen und so dazu beitragen, den Anteil der weiblichen Beschäftigten in den sogenannten „Männerberufen“ zu erhöhen.

In der Jahrgangsstufe 9 wird die Berufsorientierung mit drei wesentlichen Maßnahmen weitergeführt, die ineinander verschränkt sind:

• Die Potenzialanalyse
• Das Berufspraktikum
• Die Berufsberatung durch die Bundesagentur für Arbeit

Am Ende der Jahrgangsstufe 8 wird eine Potenzialanalyse für alle Schülerinnen durchgeführt. Die Schülerinnen arbeiten einen Schultag lang im Klassenverband an 4 Modulen. Dabei werden sie von Trainern der Firma Human Factor Services (ein externer Bildungsträger aus Schwelm) angeleitet; die Klassenlehrer begleiten die Schülerinnen dabei. Die Module sind:

1. Modul Abfrage zu Berufsinteressen
2. Modul logisches Denken
3. Modul "physikalisches Denken"
4. Grundkompetenzen Deutsch bzw. Mathematik

Auf dieser Grundlage erfolgt im 2. Halbjahr der Klasse 9 ein zweiwöchiges Berufspraktikum. Hier können die aus der Potenzialanalyse gewonnenen Ergebnisse mit konkreten Praxiserfahrungen abgeglichen werden. Während des Praktikums werden die Schülerinnen von ihren Klassen- bzw. PolitiklehrerInnen betreut.

Die Schülerinnen präsentieren ihre Erfahrungen aus dem Praktikum im Rahmen einer Ausstellung, zu der besonders die Mitschülerinnen der Jahrgangsstufe 8, die Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer eingeladen sind. Die Berufsberaterin der Agentur für Arbeit begleitet und unterstützt die Nachforschungen der Schülerinnen, außerdem informiert sie die Schülerinnen in den einzelnen Klassen und in regelmäßigen Sprechstunden im Schulgebäude.
Um unseren Eltern auch das Gespräch mit dem Berufsberater zu ermöglichen, finden Sprechstunden auch an Elternsprechtagen statt.

In der Klasse 10 bekommen die Schülerinnen Hinweise zu Ausbildungsplätzen, aber auch Informationen zu den Ausrichtungen der weiterführenden Schulen in der näheren Umgebung. An einem Schultag stellen sich die Gymnasien und ca. zehn Berufskollegs mit ihren speziellen Profilen den Schülerinnen der zehnten Klassen vor. Darüber hinaus können die Schülerinnen an „Kennenlerntagen“ der weiterführenden Schulen teilnehmen. Die Berufsberatung steht der Klasse 10 für individuelle und ausführliche Beratungen zur Verfügung. Das geschieht in Schulsprechstunden am Schulmorgen, teilweise auch bei separaten Terminen im Arbeitsamt.
Darüber hinaus erhalten die Schülerinnen Hinweise zu Berufsinformationsbörsen und bekommen auf Wunsch Informationen zu gemeldeten Lehrstellen. Für alle Schülerinnen wird mit Hilfe von externen Partnern ein Bewerbungsgesprächstraining durchgeführt.


Berufsinformationstag 2015

 

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Oftmals ist die Berufswahl für viele Jugendliche ein schwieriges Thema. Der Großteil der jungen Menschen hat kaum bis gar keine konkrete Vorstellung. Nur wenige wissen ganz genau, was sie später mal für einen Beruf ergreifen möchten. Genau aus diesem Grund veranstaltete die Liebfrauenschule am achten Mai den so genannten Tag der Berufe, der sich an die schuleigene achte Jahrgangsstufe richtete.
Um die Wahl des bevorstehenden Betriebspraktikums in der neunten Klasse zu erleichtern, stellten die jetzigen Neuntklässler ihre Erfahrungen und Eindrücke näher vor. Den jüngeren Schülern wird so die Möglichkeit eröffnet, näher mit einzelnen Berufsfeldern in Berührung zu kommen.
Der Tag der Berufe existiert an der Liebfrauenschule als solcher schon lange. „Wir schafften die Praktikumsmappen vor fünf Jahren ab. Eine Vorstellung der Praktika ist konkreter, als ein Aufsatz“, äußerte sich der stellvertretende Schulleiter, Joachim Domogala. Von Raum- und Luftfahrttechnikern, Moderatorinnen, Archäologinnen über Tierfotografen bis hin zu Modistinnen, alles war vertreten. Besonders die Gruppe der Erziehrinnen und Tierärzte war groß. Viele Mädchen streben eine Tätigkeit im sozialen Bereich oder eine Arbeit mit Tieren an. Somit war der Ansturm auf diese Berufsfelder gewaltig, während bei den Physikern und Elektronikern einvernehmliche Ruhe herrschte. Das Angebot war so riesig, dass es unmöglich war, alle Berufe genauer unter die Lupe zu nehmen. Zudem hatten sich die Praktikantinnen spezielle Aufgaben einfallen lassen, um den jüngeren die Chance zu geben, sich besser in den Beruf einzufühlen. „Eine beruforientierte Handlung ist weitaus effektiver als ein beschriebenes Blatt.“, sagte Domogala. Die Schüler zeigen sich hier als sehr kreativ. Rollenspiele gehörten ebenso zur Inszenierung, wie das Abmontieren eines Autoreifens. Experimente wurden im naturwissenschaftlichen Bereich ausgeübt, während die Friseure ihr neu gewonnenes Können an den Achtklässlern bewiesen.
„Ich finde den Tag der Berufe toll, denn so entdecke ich ganz neue Berufe, für die ich mich zuvor überhaupt nicht interessiert habe“, sagte eine Achtklässlerin. Insgesamt war die Reaktion seitens der Achtklässler gut, einige haben sogar ein starkes Interesse an bestimmten Berufsrichtungen gewonnen. Jedoch wurde auch dem ein oder anderen Mädchen bewusst, dass bestimmte Berufe nicht ihren Vorstellungen entsprechen.
Die Resonanz seitens der älteren Schüler war ebenfalls gut. Nina Lewe aus der 9b erwähnte, dass sie ein Mädchen so für die Tätigkeiten des IT System Elektronikers begeistern konnte, dass sich die Schülerin nun ein Praktikum dorthin anstrebe.

Von Philippa Gerstl